Wasserstoffhochlauf: Rhein-Ruhr fordert in Berlin Investitionssicherheit für die Industrie

Alle Pressemeldungen
Eine Gruppe von Menschen steht im Freien und hört einem Mann in einem weißen Hemd zu, der an einem runden Tisch mit Unterlagen und Wasserflaschen unter einem Sonnendach an einem sonnigen Tag spricht.

„Unsere Region bringt die industrielle Nachfrage, die logistischen Knotenpunkte und vor allem das Know-how mit. Jetzt kommt es darauf an, Nachfrage, Infrastruktur und Investitionssicherheit zusammenzubringen.“  

Rasmus C. Beck, Geschäftsführer Duisburg Business & Innovation
  • Der Hochlauf entscheidet sich an industriellen Ankerkunden. Stahl und Chemie an Rhein und Ruhr schaffen die Nachfrage, die Erzeugung, Pipelines und Importinfrastruktur trägt.

  • Das Netzwerk Hy.Region.Rhein.Ruhr nennt vier Bedingungen: wettbewerbsfähige Energiepreise, schnellere Verfahren, Absicherung von Infrastrukturinvestitionen, Planungssicherheit.

  • Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten in Berlin die nächsten Schritte.

Duisburg/Berlin, 25. Juni 2026. Das Wasserstoff-Netzwerk Hy.Region.Rhein.Ruhr hat gemeinsam mit Mahmut Özdemir MdB zum Parlamentarischen Abend in die Skybar des Albrechtshofs nach Berlin geladen. Bei einem Sommer-Barbecue diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Institutionen, wie aus dem politischen Ziel Wasserstoff ein tragfähiger Markt wird und welche Rolle die Rhein-Ruhr-Region dabei spielt. Die Geschäftsstelle des Vereins ist bei der Wirtschaftsentwicklung Duisburg Business & Innovation (DBI) angesiedelt.

Der Schlüssel liegt bei industriellen Ankerkunden. Branchen wie Stahl und Chemie verbrauchen Wasserstoff in einer Größenordnung, die Investitionen in Erzeugung, Pipelines, Speicher und Importterminals überhaupt erst wirtschaftlich macht. Genau diese Abnehmer sitzen an Rhein und Ruhr. In Duisburg wird das besonders sichtbar: Auf dem Werksgelände von thyssenkrupp Steel entsteht mit der Direktreduktionsanlage eines der weltweit größten industriellen Dekarbonisierungsprojekte. Bei einem Projektvolumen von mehr als zwei Milliarden Euro können jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO₂ vermieden werden.

Damit der Hochlauf gelingt, nennt das Netzwerk vier Bedingungen: wettbewerbsfähige Energiepreise, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, Instrumente zur Absicherung von Infrastruktur- und Speicherinvestitionen sowie Planungssicherheit für Unternehmen, die jetzt über Milliardeninvestitionen entscheiden. Fehlt diese Absicherung, bleiben Geschäftsmodelle für industrielle Anwender nicht finanzierbar.

Die Keynote hielt Ralph Sina, langjähriger WDR-Korrespondent in Brüssel und Washington. Unter dem Titel „Energie als Standortfaktor: Warum Wasserstoff jetzt doch entscheidend wird” ordnete er die energie-, industrie- und geopolitischen Dimensionen des Hochlaufs ein.

Mahmut Özdemir MdB: „Die Rhein-Ruhr-Region steht mit Stahl, Hafen, Energie und Logistik beispielhaft für die Transformation. Damit Wasserstoff schneller in die praktische Anwendung kommt, brauchen Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen, eine leistungsfähige Infrastruktur und schnellere Verfahren. Der Parlamentarische Abend bietet die Gelegenheit, die Erfahrungen aus der Praxis aufzunehmen und über die nächsten politischen Weichenstellungen zu sprechen.”

DBI-Geschäftsführer Rasmus C. Beck betont die regionale Perspektive: „An Rhein und Ruhr entscheidet sich, ob Wasserstoff vom Zukunftsversprechen zum industriellen Standortfaktor wird. Unsere Region bringt die industrielle Nachfrage, die logistischen Knotenpunkte und vor allem das Know-how mit. Jetzt kommt es darauf an, Nachfrage, Infrastruktur und Investitionssicherheit zusammenzubringen. Der Wasserstoffhochlauf braucht industrielle Ankerkunden, regionale Abnahmebündnisse und Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen.”

Michaela Schröder, Schatzmeisterin des Hy.Region.Rhein.Ruhr und Geschäftsführerin der GMVA Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage Niederrhein GmbH, setzt einen eigenen Akzent: „Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein der Transformation, aber nicht die alleinige Lösung. Gerade jetzt müssen wir Technologien, Branchen und Sektoren stärker zusammendenken. Entscheidend ist, dass wir pragmatisch handeln und Lösungen in die Anwendung bringen, die CO₂ mindern, Versorgungssicherheit stärken und wirtschaftlich tragfähig sind.”

Über den Dächern der Hauptstadt bot der Abend Raum für den direkten Austausch zwischen Entscheidern aus Bund, Region und Wirtschaft. Ziel war, die praktischen Erfahrungen der Rhein-Ruhr-Region in die politische Debatte einzubringen und konkrete Anforderungen für den weiteren Hochlauf zu formulieren.

Weitere Informationen: 

www.hy-region-rhein-ruhr.de

www.hy-summit.de